Annaberg

Ein Paradies für Genießer und Bergabenteurer

Eine anspruchsvolle Wanderung durch die Ötschergräben, unvergessliche Gipfelerlebnisse in den Voralpen, ein gemächlicher Ritt auf Haflinger-Pferden oder eine nostalgische Fahrt mit der Mariazellerbahn – der Wallfahrtsort in der wildromantischen Bergwelt des Mostviertels ist ein wahres Paradies für entdeckungsfreudige Genießer und unternehmungslustige Bergabenteurer.

Im Winter ist Annaberg ein wunderbares Familienschigebiet: Anfänger fühlen sich hier ebenso wohl wie Fortgeschrittene.
Die Wallfahrt hat in Annaberg lange Tradition und ist eng mit der Geschichte und den Kulturgütern der Gemeinde verbunden. Um 1900 besuchten rund 150000 Pilger unseren Wallfahrtsort. Viele Votivgaben werden zum Teil noch in der Wallfahrtskirche aufbewahrt. Sie sind Nachweis regen Pilgerwesens. Wobei die Wertvollsten wohl die von Maria Theresia gespendete Monstranz und das Messgewand sind. Beide werden auch heute noch an hohen Festtagen verwendet.

Am Fuße des Annabergs, beim Bergbauernkreuz, hielten die Pilger die letzte Rast vor dem Anstieg. Hier vertauschten sie die Reisekleider mit Ihren heimischen Trachten. Die Mädchen schmückten sich mit Krönlein aus Wachs, die mit Blumen und bunten Bändern verziert waren. Die Wallfahrer bestiegen den heiligen Berg schweigend, still betend und ohne sich umzusehen. Man glaubte, so eine leidende Seele aus dem Fegefeuer erlösen zu können. Bei jedem Bildstock senkte der Kreuzträger das Kreuz. Manche trugen zur Buße einen Stein, andere rutschten auf den Knien. So zogen im Jahre 1688 bei der Wiener Wallfahrt 2000 Personen den Berg hinauf.

Geschichte

Um das Jahr 1202 schenkte Leopold V. dem Zisterzienserstift Lilienfeld die damals raue, unbebaute Gegend auf dem 976 m hohen Bergsattel des heutigen Annabergs, damals noch unter dem Namen TANNBERG bekannt. 10 Jahre später war die erste Ansiedlung auf dem „Tannberg“ gegründet, eine Holzkapelle wurde errichtet. 1327 wurde sie durch einen Steinbau ersetzt und der Heiligen Anna geweiht, als erste und größte Wallfahrtskirche zu Ehren der Heiligen Anna in Österreich.
1440 enstand die von Jakob Kaschauer geschaffene Anna Selbdritt Gruppe – die geschnitzen Figuren Anna, Maria und Jesus thronen als Sinnbild der Familie über dem Hochaltar. Viele Pilger steigen zur Heiligen Anna, die als Fürsprecherin der Mütter und Familien gilt, hinauf und flüstern ihr ihre Sorgen und ihren Dank ins Ohr.

Der Joachimsberg

Auf dem Weg zwischen Annaberg und Josefsberg steigt zur Linken ein Berg sanft empor, der nach dem Gemahl der hl. Anna und Vater Mariae benannt ist. Die 829 m hohe Erhebung hieß früher „an der hohlen Tanne“, bis der böhmische Graf Johann Joachim Slavata im Pestjahr 1679 das Kirchlein zu Ehren seines Namenspatron, des Hl. Joachim, erbauen ließ und damit eine wichtige Andachtstätte für die Wallfahrer auf dem Weg von und nach Mariazell schuf. 1684 ließ Graf Slavata die kostbare Barockeinrichtung – vor allem den Hochaltar als größten künstlerischen Schatz der Pfarre Annaberg – anfertigen.