Eine lange Geschichte

Seit über 800 Jahren existiert die Pilgerroute "Via Sacra".

Die Via Sacra, die Wallfahrtsroute von Wien nach Mariazell, gilt als ältester Pilgerweg Österreichs. Schon im Mittelalter, als Mariazell gegründet wurde, belebten Pilger die Orte entlang der Via Sacra.

Heute, wo Pilgern aus den unterschiedlichsten Gründen eine Renaissance erlebt, kommt auch die Via Sacra zu neuem Leben. Die Route wurde in den letzten Jahren neu beschildert. „Via Sacra-Gastgeber“ spezialisieren sich auf die Wünsche und Bedürfnisse von Pilgern.

Mariazell – Legende und Geschichte

Eine der Gründungslegenden von Mariazell besagt, dass im Jahr 1157 der St. Lambrechter Mönch Magnus als Seelsorger in das Gebiet des heutigen Wallfahrtsortes geschickt wurde. Als ihm ein Fels den Weg versperrte, stellte er die mitgebrachte Marienfigur aus Lindenholz nieder, sie spaltete den Fels und so wurde der Weg frei. Auf einer Anhöhe in der Nähe ließ sich der Mönch nieder, stellte die Marienfigur auf einen Baumstrunk und erbaute darüber eine Zelle aus Holz, die ihm als Kapelle und Wohnraum diente. Aus "Maria in der Zelle" entstand Mariazell.

In den folgenden Jahren entstand das erste steinerne Gotteshaus, eine romanische Kirche, die später zu einer gotischen Kirche umgebaut wurde. Der Zustrom der Pilger stieg stetig an. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert. Sie erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild mit den beiden Barocktürmen und dem gotischen Mittelturm.

1907 erhielt die Kirche wegen ihrer großen Bedeutung als erste Kirche in Österreich die päpstliche Auszeichnung „Basilika minor“. Ziel der Pilger ist das spätromanische Gnadenbild, die „Magna Mater Austriae“, die auch als „Magna Domina Hungarorum“ (Großherrin der ungarischen Völker) und als „Mater Gentium Slavorum“ (Mutter der slavischen Völker) verehrt wird. Die 48 Zentimeter große Skulptur aus Lindenholz befindet sich in der 1690 erbauten Gnadenkapelle, die an der Stelle der ersten „Zelle“ steht.

Via Sacra – Pilgerroute seit über 800 Jahren

Die Wallfahrten führen teilweise über hunderte von Kilometern. Im Laufe der Jahrhunderte sind aus einzelnen Wegen und Straßen richtige „Wallfahrtsrouten“ entstanden. Die traditionellste der Mariazeller Pilgerrouten ist die Via Sacra, die von Wien durch den Wienerwald und durch das Mostviertel nach Mariazell führt. Stationen sind unter anderem Heiligenkreuz, Klein-Mariazell, Hainfeld, Rohrbach, St. Veit, Lilienfeld, Türnitz, Annaberg, Josefsberg und Mitterbach.

Rund vier Tage dauert die Wanderung von Wien nach Mariazell. Ein bedeutender Teil des Weges liegt in Regionen abseits großer Tourismuszentren. Die Strecke führt durch Berggegenden, die landschaftlich zu den schönsten in Österreich zählen.

Pilger aus dem Raum Wien, aber auch dem slawischen und ungarischen Sprachraum nutzen diese Wallfahrtsroute seit über 800 Jahren. Neben den einfachen Gläubigen beschritten auch Fürsten und Kaiser die Pilgerwege und trugen wesentlich zu deren Bedeutung bei.