Erfahrungsberichte - Forum

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Kommentare (11)

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  • Claudia Allshorn schrieb am 25.06.2019 um 15:49 Uhr

    Pielachtaler Pilgerweg 18. - 22. Juni 2019

    Als Erstes möchte ich Frau Julia Haslinger vom Mostviertel Tourismus für die wunderbare Abwicklung und Buchung unserer Unterkünfte danken.

    Nach einer 4-stündigen Anreise, sind meine beste Freundin und ich um 10:45 in St. Pölten gestartet. Lt. App müsste die 1. Etappe von ca. 23,5 km in 6 Stunden und 5 Minuten zu bewältigen sein. Da ich die Tour aufgezeichnet habe hat es sich herausgestellt, dass die 1. Etappe ca. 28 km war......dafür haben wir 6:25 gebraucht. Sind zwar "nur" 4,5 km mehr, als angenommen, aber oh Mann, waren wir kaputt, als wir endlich in Hofstätten-Grünau ankamen.
    Unterkunft war super, Essen total lecker.

    Die nächsten 3 Etappen waren km-mäßig auch mehr, als die App angegeben hat. Anstatt von 80,5 km sind wir auf stolze 95 km gekommen. Vergangen sind wir uns nicht wirklich, da wir außer der App auch noch einen Wanderführer mit hatten, der uns sehr gute Dienste erwiesen hat, da GPS nicht immer präzise war (gerade wenn es darum ging, den rechten oder den linken Weg zu nehmen.......da musste man immer erst ein paar Meter in die Eine oder Andere Richtung gehen um zu sehen, ob man noch am Weg war).

    Obwohl die 1. Etappe ein ziemlicher Brocken war, war doch jeder Tag für sich traumhaft und der Pielachtaler Pilgerweg ist echt empfehlenswert.

    Zum Schluß möchte ich gerne noch das Hotel "Die drei Hasen" in Mariazell erwähnen. Nicht nur, dass wir bei der Ankunft gleich mit einem Schnapserl bergrüßt wurden, das Personal ist sowas von freundlich und zuvorkommend, einfach genial. Das größte Lob gebührt allerdings der Küche......so gut hab ich selten gegessen.

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    • Yvonne Simek schrieb am 26.06.2019 um 08:52 Uhr

      AW: Pielachtaler Pilgerweg 18. - 22. Juni 2019

      Liebe Frau Allshorn,

      vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht zu Ihrer Pilgerwanderung am Pielachtaler Pilgerweg!

      Danke auch für die Hinweise bez. der Daten innerhalb unserer Pilger-App. Wir werden die Punkte entsprechend prüfen bzw. ist generell eine Gesamtbegehung des Pielachtaler Pilgerweges geplant - auf dieser aufbauend sollen auch die Wegedaten überarbeitet werden, um die Qualität der vorhandenen Informationen weiter zu verbessern. Dies betrifft dann auch sämtliche Informationen zum Pilgerweg auf der Website www.pielachtal.info, auf der ebenfalls detaillierte Infos zu finden sind.

      Das an unsere Gastgeber gerichtete Lob werden wir natürlich gerne weiterleiten :)

      Wir freuen uns sehr, dass Sie so positive Erfahrungen von Ihrer Pilgerreise mitnehmen konnten und freuen uns, Sie bald wieder auf einem unserer Wege begrüßen zu dürfen.

      Herzliche Grüße,
      Yvonne Simek, Mostviertel Tourismus

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  • Martijn & Yvonne schrieb am 17.06.2019 um 11:41 Uhr

    Von Hinterbrühl nach Mariazell mai 2019

    Unseren ersten Pilgerweg war diese wunderschönen Wanderung.
    Wir kommen aus Holland und haben alle vorbeitungen an Mostviertel überlassen. Dass war einen sehr guten wahl :-) Wir haben die Wanderung in 5 Tage gemacht. Gut um zu unternehmen!!

    Die ertse 2 Tage gibten keine Probleme. Die unterkunfte waren gut und dass essen war auch gut. Die 3e Tag war einen sehr anstrengend und dass letzte stück nach Stift in Lilienfeld war etwas zu viel kilometer. Da wir mit einen GPS unterwegs waren haben wir einen guten Messerung machen können und war es beim ziel 40 km (!!!) in unseren Beine. 9Das letzte srtück haben wir wegens das Wetter (nass) über die Fahrradweg gelaufen).


    Aber wir haben es geschaft und wir können nur sagen dass wir es sehr gut haben erlebt und unterwegs viel haben genossen von alles.

    Mit unseren GPS war Ich sehr froh dass wir so die Weg einfag haben gefunden weil ,sicher am amfang'nicht immer die Schilde gut zu finden waren., oder weg.

    Pilger….mach diesem weg und geniess von alles. Esist gut zu tun.
    Mostviertel, DANKE für alles! Wir kommen bestimmt mahl wieder für einen anderen Pilgerweg.

    Einen Servus aus Holland von Martijn & Yvonne
    BS: Entschuldigung für die Grammikafehler ;-)

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    • Julia Haslinger schrieb am 17.06.2019 um 12:12 Uhr

      AW: Von Hinterbrühl nach Mariazell mai 2019

      Lieber Herr Biemolt,

      vielen lieben Dank für Ihren Bericht.

      Es freut uns sehr, dass Sie sich Zeit genommen haben, um einen Eintrag zu machen.

      Außerdem ist es schön zu hören, dass Sie positive Erfahrungen während Ihrer Pilgerreise gemacht haben und wieder kommen möchten.

      Falls Sie zukünftig wieder Hilfe bei der Buchung einer Reise benötigen, stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

      Vielen Dank und Liebe Güße aus dem Mostviertel,

      Julia Haslinger
      MOSTVIERTEL TOURISMUS

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  • Margit W schrieb am 08.06.2019 um 12:05 Uhr

    Von Türnitz nach Mariazell

    Meine Freundin wollte schon immer nach Mariazell pilgern, für mich war es bereits das 5. Mal. Um ihr den Start ins Pilgerdasein so angenehm wie möglich zu machen, wählte ich nur eine kurze Strecke und die niederösterreichische Seite (obwohl wir Steirer sind ;-)).
    Wir haben zum Start hervorragend im Glockenturm genächtigt, sind mit dem Auto nach Türnitz gefahren um dort zu starten. Da ich keine Asphaltwege mag und den Wald liebe haben wir für den Weg nach Annaberg die Route über den Tirolerkogel gewählt - sehr empfehlenswert. Den nächsten Tag starteten wir nach einem hervorragenden Frühstück und einer Sauna am Abend nach Mariazell. Wir wählten wieder nicht den Via Sacra über die 4 heiligen Berge, sondern den Weg 06 (Am Säbel - schwarze Walster - Habertheuersattel - Sebastianiweg). Auch dieser Tag war wieder sehr gelungen und ich denke meine Freundin wird sich mal wieder auf den Weg machen ;-)
    Meine Empfehlung für den Start mit Weitwandern - Pilgern: nicht zu lange Routen planen (30 km ist zu weit - meist vergeht man sich - dann kommt man an sein Limit) und vor allem - man kommt mit wenig aus (Kleidung und sonstigen Kram) - nur genug Wasser sollte im Rucksack sein! Viel Spaß auf eurem Weg!

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    • Yvonne Simek schrieb am 12.06.2019 um 10:55 Uhr

      AW: Von Türnitz nach Mariazell

      Liebe Margit,
      vielen Dank für das Feedback! Schön, dass Sie positive Erfahrungen auf Ihrer Pilgerreise machen konnten. Es freut uns auch, dass Ihre Freundin, als "Pilgerneuling", sich auf das Abenteuer eingelassen und Gefallen daran gefunden hat :)
      Wir wünschen noch viele weitere erfolgreiche Pilgerwanderungen!
      ys/via sacra

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  • Babsi S. schrieb am 15.05.2019 um 13:27 Uhr

    Klassischer Via Sacra (Hinterbrühl - Mariazell)

    Mein Mann und ich sind Ende April zu zweit vom Bahnhof Brunn-Maria Enzersdorf Richtung Mariazell gestartet. Obwohl das Wetter zeitweise echt furchtbar war (an einem Tag hat es von Morgens an durchgehend stark geregnet) hat uns das Pilgern zum Großteil wirklich große Freude bereitet (natürlich gab es an den Schlechtwettertagen auch Durchhänger, wo wir uns einen Strandurlaub herbeisehnten, aber Dank gegenseitiger Motivation waren diese Tiefs auch schnell wieder überwunden).

    Da wir beide nur mäßig sportlich sind (aber zum Glück noch völlig gesund) haben wir uns für fünf Etappen entschieden und sind sehr froh darüber - an den zwei Tagen an denen wir dann schon über zehn Stunden unterwegs waren, hätte ich mir sogar noch eine sechste Etappe gewünscht; aber gesundheitlich/konditionell waren die fünf Etappen jedenfalls machbar.

    Die ersten zwei Tage haben wir den Wanderführer von Hikeline zusätzlich zu der gelben Ausschilderung verwendet. Wirklich gebraucht haben wir diesen allerdings nur auf der kleinen Strecke vom Bahnhof Brunn-Maria Enzersdorf zum Urlauberkreuz in der Hinterbrühl (der offizielle Startpunkt des Via Sacra), wobei es Googlemaps sicher auch getan hätte. Der klassische Weg des Via Sacra ist nahezu ausschließlich mit der gelben Ausschilderung zu schaffen. Im Laufe des zweiten Tages hat uns der Wanderführer dann mehr verwirrt als unterstützt und wir sind auf die Pilger-App von Mostviertel Tourismus umgestiegen. Notwendig war diese aber nur, um ab und an sicher zu gehen, ob wir doch keine Abzweigung übersehen haben. Fazit im Nachhinein: Den Wanderführer würde ich mir nicht extra kaufen (wir hatten ihn allerdings sowieso dazu bekommen, weil wir unsere Unterkünfte über Mostviertel Tourismus gebucht hatten), sofern ich mit einem Smartphone problemlos umgehen kann - wobei ein entsprechend langlebiger Akku und das tägliche Aufladen dabei natürlich wichtig sind.

    Die Unterkünfte habe ich vorab über Mostviertel Tourismus gebucht. Auf meinen Wunsch hin, konnten wir alles per Email kommunizieren (bis auf die Voucher und den Wanderführer - diese haben wir natürlich per Post erhalten). Schon bei der Auswahl der Unterkünfte und auch alle anderen Auskünfte die ich benötigt habe, war die Mitarbeiterin von Mostviertel Tourismus immer super kompetent und rasch beim Antworten. Absolute Empfehlung meinerseits!! In dem Zeitraum in dem wir gepilgert sind, wäre ein Buchen der Unterkünfte vor Ort sicher auch möglich gewesen, aber es war schon sehr motivierend zu wissen, dass da an einem bestimmten Ort eine heiße Dusche, gutes Essen und ein warmes Bett auf einen warten.

    Die Unterkünfte selbst habe ich mir auf dieser Website unter "Einkehren und Übernachten" angesehen und aus einer Kombi von Bauchgefühl und Beratung von Mostviertel Tourismus ausgewählt. Jede Unterkunft war ausgesprochen gut gewählt und auf Pilger eingestellt. Im Nachhinein würde ich jedenfalls darauf achten, dass wir überall eine eigene Dusche haben (einmal haben wir uns diese mit den Unterkunftgebern geteilt). Bzw. nach Möglichkeit würde ich überhaupt eine Unterkunft mit Badewanne wählen, weil die müden/schmerzenden Füße sich so natürlich nochmal viel besser erholen. Angenehm war auch, dass wir bei vier von fünf Unterkünften direkt vom Zimmer in ein Wirtshaus/ein Restaurant gehen konnten und so nicht nochmal die Wanderschuhe anziehen mussten.

    Meine Tipps kurz zusammengefasst:
    Unterkünfte vorab buchen, Pilger-App runterladen (Ladegerät nicht vergessen!), gute Wanderausrüstung zulegen (wasserfeste Ganzkörperbekleidung, Wanderstecken, knöchelhohe Wanderschuhe u.v.m.)

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  • Christa Englinger schrieb am 14.12.2017 um 13:19 Uhr

    Adventpilgern

    Am ersten Adventwochenende gab es zum ersten Mal ein geführtes "Adventpilgern" auf der Via Sacra. Unter dem Motto "Pilgernd auf Weihnachten zu - Stille finden statt Geschenke suchen" war ich mit fünf Pilgerinnen auf der Via Sacra unterwegs von Lilienfeld nach Mariazell. Wir starteten am Freitag, den 1. Dezember im Stift Lilienfeld. Dort wurde am Nachmittag der Adventmarkt mit einem stimmungsvollen Konzert eröffnet. Ein kleiner Spaziergang durch den tief verschneiten Stiftspark und eine Runde durch den mittelalterlichen Kreuzgang boten eine perfekte Einstimmung auf die adventliche Auszeit.
    Am Samstag pilgerten wir nach einer kurzen Andacht in der Wallfahrtskirche von Annaberg durch die stille Winterlandschaft über Joachimsberg nach Wienerbruck. Der Schnee knirschte unter den Füßen und ab und zu ließ sich auch die Sonne zwischen den Nebelfeldern sehen. Die perfekte Adventstimmung! Nach einer kurzen Fahrt mit der Mariazellerbahn machten wir Pause in Mitterbach. Bevor es zur Stärkung in den warmen Gasthof ging, besuchten wir die Krippenausstellung in der alten evangelischen Schule. Hubert Spielbichler zeigte uns nicht nur die rund 50 Krippen aus verschiedenen Regionen Österreichs, sondern auch gleich einen informativen Kurzfilm über die Holzknechte im Ötscherland und die wunderschön renovierte evangelische Kirche.
    Die letzte Etappe nach Mariazell über den Rosenkranzweg nahmen wir gut gestärkt und beschwingt in Angriff. Allerdings mussten wir zum Schluss ein wenig umdisponieren, denn der letzten Teil des Rosenkranzweges war forstamtlich gesperrt und so pilgerten wir über die Bahnhofpromenade zu unserem Ziel. Auch in Mariazell war der Adventmarkt schon eröffnet und entsprechend viele Besucher drängten sich im Zentrum. Trotzdem fanden wir einen ruhigen Platz beim Brunnen neben der Basilika, um unsere Pilgerwanderung mit einem feierlichen Segen ausklingen zu lassen. Nach dem Besuch der Basilika und der Kerzengrotte wartete noch ein abschließendes Highlight auf uns: die Segnung des großen Adventkranzes am Hauptplatz und das "Entzünden" der ersten Kerze.
    Wir übernachteten noch in Mitterbach und am Sonntag hatte jede die Gelegenheit, den Tag auf ihre Art zu genießen: in Mariazell, bei einer Wanderung um den Erlaufsee oder mit einem abschließenden Spaziergang am Rosenkranzweg. Die Fahrt mit der Mariazellerbahn durch die traumhafte Winterlandschaft rund um den Ötscher zurück nach St. Pölten war für viele ein stimmiger Abschluss.
    Es hat gut getan, der hektischen Vorweihnachtsstimmung zu Hause für kurze Zeit den Rücken zu kehren und in der frischen Luft und winterlichen Stille auf der Via Sacra so richtig durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Wir überlegen schon, wann wir den Pilgerrucksack das nächste Mal packen können ...
    Christa Englinger, Pilgerbegeiterin

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    • Sonja schrieb am 14.12.2017 um 13:25 Uhr

      AW: Adventpilgern

      Ich war nun schon das zweite Mal mit der Pilgerführerin Christa Englinger auf der Via Sacra unterwegs, einmal im Juni und dieses Mal im Dezember!
      Wir hatten eine wunderschöne Winterlandschaft mit viel unberührter Landschaft, was die stille Einkehr nochmals ein wenig schöner machte.
      Christa Englinger ist eine wunderbare Begleiterin, die immer mit viel Fachwissen nicht nur die Sinne berührt, sondern auch mit viel Wissen diese Pilgerwanderung bereichert!
      War wieder eine wunderschöne Erfahrung auf der Via Sacra, mit viel winterlichen Eindrücken und noch mehr adventlichen Fragen nach dem Sinn der Adventzeit!
      Vielen lieben Dank für diese schöne Vorbereitung auf das Weihnachtsfest!

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  • Christa Englinger schrieb am 29.07.2016 um 12:20 Uhr

    Schnupperpilgern 23.-25. Juni 2016

    Ende Juni war ich schon zum vierten Mal mit „SchnupperpilgerInnen“ unterwegs – und ich kann sagen: es war jedes Mal eine großartige Erfahrung.
    Das „Schnupperpilgern“ ist für Frauen und Männer jeder Altersstufe und jeden Glaubens gedacht und dementsprechend unterschiedlich waren die TeilnehmerInnen, mit denen ich bisher losgepilgert bin.
    Im Mittelpunkt steht das praktische Kennenlernen einer Pilgerwanderung von mehreren Tagen. Manche pilgern mit, weil sie eine längere Pilgerreise planen und wissen möchten, wie sich das anfühlt und wie sie physisch und psychisch damit umgehen können. Andere wandern gerne und möchten erfahren, was hinter dem Gedanken des Pilgerns steht, für das sich immer mehr Menschen interessieren.

    Treffpunkt war am Donnerstag zu Mittag in Lilienfeld. Dort gab es zuerst einmal ein köstliches Mittagessen und eine entspannte Kennenlernrunde. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Teilnehmerinnen (diesmal waren es tatsächlich nur Frauen!) ganz toll harmonierten: eine bunte Gruppe Gleichgesinnter, die drei Tage in der Natur genießen wollten und dabei nicht nur etwas über die Geschichte und Kultur des Pilgerns sondern auch über sich selbst lernen wollten. Und – für alle ganz wichtig: Entspannung, Spaß und Genießen sollten dabei auch nicht zu kurz kommen!
    Wie gut, dass Mostviertel Tourismus einen Gepäcktransfer anbietet – so konnte jede ganz bequem und – im wahrsten Sinne des Wortes – unbeschwert mit einem kleinen Rucksack für Regenschutz und Proviant losstarten. Das „große Gepäck“ wartete jeden Abend schon im Gasthof. (So ganz unter uns: ich persönlich finde es unheimlich spannend, einen Rucksack für mehrere Tage zu packen, genau zu überlegen, was ich wirklich brauche und dann nur mit dem Allernotwendigsten am Rücken los zu marschieren. Das gehört irgendwie auch zu den Pilgererfahrungen und ich hatte immer wieder TeilnehmerInnen, die das auch so wollten. Wie schön, dass es beide Möglichkeiten gibt und dass jeder nach seinem Geschmack und seiner körperlichen Verfassung entscheiden kann!).

    Nach einer Führung durch das Stift Lilienfeld – die größte mittelalterliche Klosteranlage in Österreich und eine zentrale Etappenstation genau auf halber Strecke der Via Sacra zwischen Wien und Mariazell – pilgerten wir am Nachmittag die Traisen entlang bis Türnitz. Die Sonne begleitete uns auf unserem Weg und wir kamen ganz schön ins Schwitzen.
    Umso mehr freuten wir uns auf die erfrischende Dusche und die abendliche Stärkung im Hotel zum Goldenen Löwen in Türnitz!

    Am Freitag verließen wir die historische Via Sacra, um einen kleinen und sehr lohnenswerten Umweg über die Falkenschlucht zu machen. Zuerst ging es die Straße entlang durch die Weidenau bis zur Falkenschluchthütte. Dort wurde tatsächlich gerade eine neue Rastbank für aufgestellt. Und wir durften sie mit unserem Picknick einweihen – inklusive Schnapserl auf Einladung des Hüttenbetreibers! Dermaßen gestärkt war die Bewältigung der Falkenschlucht ein Leichtes. Wir ließen diese mystische Wegstrecke mit allen Sinnen auf uns wirken und am oberen Ausgang der Schlucht steckten wir unsere müden Füße in den herrlich erfrischenden Bach.
    Am späten Nachmittag kamen wir schließlich nach Annaberg, wo es für die Pilgerinnen in der Wallfahrtskirche eine kleine Überraschung gab. Was, wird nicht verraten: einfach das nächste Mal mitgehen ;-)! Im Pfarrhof gibt es eine kleine Informationsausstellung über die Geschichte Annabergs und der Via Sacra, sehr lohnenswert, auch wenn im Gasthof Meyer schon ein köstlicher Kuchen wartet! Ein Highlight wartete dann noch am späteren Abend auf diejenigen unter uns, die noch genug Kräfte hatten: Nach einem Platzkonzert vor der Kirche ging es mit Fackeln zum Sonnwendfeuer mit Blick auf den Ötscher! Es war ein einmalig stimmungsvoll: das Feuer, der Ötscher im Abendlicht, die Blasmusik und als Krönung noch der Andachtsjodler, dargebracht von ein paar Annabergern und Annabergerinnen.

    Am dritten Tag ging es am historischen Pilgerweg weiter über Joachimsberg und Josefsberg nach Mitterbach. In den Kirchen der „Heiligen Berge“ hielten wir jeweils eine kurze Andacht und es wurde sogar gesungen! Das war meine erste Gruppe, die Freude am Singen der Lieder hatte, die ich für die Pilgerwanderung in einem kleinen Heftchen zusammen mit Gebeten und Pilgertexten gesammelt hatte. Und es stimmt wirklich: wer singt, betet doppelt.

    Auch wenn ich in diesem Bericht nicht viel vom spirituellen Hintergrund des Pilgerns geschrieben habe: die Gebete, Lieder und Denkanstöße bildeten gemeinsam mit Informationen über die Region und die Geschichte des Pilgerns einen „geistigen Rahmen“, der das Pilgern vom Wandern unterscheiden sollte.

    In Mitterbach legten wir noch eine größere Rast ein, bevor wir über den Rosenkranzweg nach Mariazell gingen. Die letzten Kilometer legten wir schon in freudiger Erwartung der Ankunft zurück – nicht ohne die Heilkräuter zu studieren, die in den neuangelegten Heilkräuterbeeten neben den Rosenkranzstationen wachsen.
    Einer der erhebendsten Augenblicke der Pilgerwanderung ist der erste Blick auf die Mariazeller Basilika: Wir haben es geschafft!

    Am Brunnen neben der Basilika spendeten wir einander noch gegenseitig den Pilgersegen und anschließend ging jede Pilgerin in die Basilika, um eine persönliche Andacht zu halten.
    Die drohenden Gewitterwolken waren so gnädig, ihre nasse Fracht so lange für sich zu behalten, bis wir alle müde aber glücklich im Kaffeehaus saßen und unsere Kalorienspeicher wieder auffüllten: Die App einer Mitpilgerin hatte uns verraten, dass wir heute rund 30.000 Schritte gegangen waren und dabei rund 1.800 Kalorien verbrannt hatten. Auch das ist also ein Aspekt des Pilgerns!
    Während einige nach der Jause zur Mariazellerbahn gingen oder abgeholt wurden, blieben drei von uns noch über Nacht in Mariazell: Das ist sehr empfehlenswert, denn wir hatten noch die Gelegenheit, an der stimmungsvollen Lichterprozession um die Basilika (die jeden Samstagabend stattfindet) teil zu nehmen – ein würdiger Abschluss einer schönen Pilgerwanderung.

    Ich danke allen Mitpilgerinnen für die guten Gespräche und die bereichernde Gemeinschaft – es war wunderbar, mit euch unterwegs zu sein!

    Christa Englinger, Pilgerbegleiterin

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  • Christa Englinger schrieb am 25.05.2016 um 08:54 Uhr

    Über die Via Sacra nach Assisi

    Im April habe ich mir zu meinem „runden“ Geburtstag einen lang gehegten Traum erfüllt: auf dem Franziskusweg von La Verna nach Assisi zu pilgern.

    Aufmerksame Pilger haben sicher schon das Schild am Eingang zur Pfarrkirche Annaberg gesehen: „Internationaler Pilgerweg VIA SLAVORUM Krakow – Brünn – Retz – Klosterneuburg – Mariazell – Assisi – Rom“. Ein bedeutender internationaler Pilgerweg nach Assisi und Rom führt also über Mariazell – und somit über die Via Sacra.

    Meine Begeisterung für das Pilgern hat vor rund fünf Jahren auf genau dieser Via Sacra begonnen. Mittlerweile habe ich in Lilienfeld meine Wahlheimat gefunden und begleite immer wieder Pilgergruppen von Lilienfeld nach Mariazell. Ich wollte also meine Pilgerwanderung auf den Spuren des Heiligen Franziskus auf diesem Weg beginnen!

    Begleitet von meinem Mann und ein paar lieben Freunden bin ich am Ostermontag von meiner Wiener Wohnung aus aufgebrochen. Emmausgang einmal anders. Es war ein ganz neues Gefühl, zu Fuß von zu Hause aufzubrechen, zuerst einmal ein paar Tage zu gehen und sich langsam von daheim zu entfernen, anstatt gleich in ein Verkehrsmittel zu steigen, das mich schnell fortbringt.

    Die ersten beiden Tage war ich in Begleitung zuerst einer, dann zweier pilgerbegeisterter Freundinnen unterwegs zur Via Sacra: Am Montag von Nußdorf über die Jägerwiese (auch hier findet man ein Schild der Via Slavorum) und den Hermannskogel auf die Sophienalpe und über die Hohe-Wand-Wiese weiter nach Gablitz. Am Dienstag ging es über den Troppberg und Rekawinkel nach Laaben, bevor es am Mittwoch schließlich soweit war: In Rohrbach an der Gölsen erreichten wir die Via Sacra.
    Ich gebe es zu: Um Zeit und Energie zu sparen, haben wir Teile der Via Sacra – die ich von vielen Pilgerwanderungen schon sehr gut kenne – mit Zug und Bus zurück gelegt. Für viele Menschen, die gerne pilgern möchten, aber aus gesundheitlichen oder konditionellen Gründen keine langen Strecken gehen können, ist das eine angenehme Erleichterung: Entlang der Via Sacra gibt es immer wieder die Möglichkeit, in ein öffentliches Verkehrsmittel zu steigen und die Tagesetappe dadurch seinen Möglichkeiten anzupassen.

    Auf meinem Programm gab es zwei wichtige Fixpunkte: Den Pilgersegen von Pater Pius im Stift Lilienfeld und – doppelt hält besser! – auch einen Segen von Pater Justin in Annaberg. Auch die wunderbare Strecke von Annaberg über Joachimsberg – meine Lieblingsetappe, immer mit dem Blick auf den Ötscher – und den Rosenkranzweg von St. Sebastian nach Mariazell wollte ich unbedingt zu Fuß zurücklegen. Es ist immer wieder ein erhebendes Erlebnis, wenn man nach einem langen Weg zum ersten Mal die Türme der Mariazeller Basilika sieht: Das Ziel (oder in unserem Fall eine Zwischenetappe) ist bald erreicht!

    Nach einer Andacht vor dem Gnadenaltar und einer Stärkung mit Mariazeller Lebkuchen ging es mit dem Bus nach Bruck an der Mur und weiter mit dem Nachtzug nach Italien. Am nächsten Morgen um 07:00 Uhr war ich bereits in Arezzo, einer gemütlichen Kleinstadt im Südosten der Toskana.
    Von hier ist einer der Ausgangspunkte des Franziskusweges, das Kloster La Verna, bequem mit Bahn und Bus und nach einem kurzen Fußweg zu erreichen.

    La Verna ist ein wahrhaft mystischer Platz. Auf einem Felsen mit herrlichem Blick ins Tal liegt der Ort, an den sich Franziskus gerne in die Stille zurückzog und wo er der Legende nach zwei Jahre vor seinem Tod die Wundmale Christi empfing.
    Heute steht hier ein Franziskanerkloster mit einem großen Gästetrakt und Seminarräumen. Das Kloster ist ein beliebtes Ausflugsziel und vor allem an Wochenenden und Feiertagen recht überlaufen. Erst am Abend, wenn die Tagesgäste wieder weg sind, kann man die Ausstrahlung dieses Ortes so richtig spüren. Am besten plant man einen ganzen Tag hier ein, um sich in Ruhe alle Kapellen und Franziskus-Erinnerungsstätten anzusehen. Vielleicht geht sich auch eine kurze Wanderung durch den das Kloster umgebenden „Zauberwald“ auf den Gipfel des Monte Penna aus, von dem man einen schönen Panoramablick über die Berge der östlichen Toskana genießt. Besonders stimmungsvoll sind die Chorgebete der hier lebenden Mönche, zu denen Gäste gerne eingeladen sind.

    Ich blieb zwei Nächte und konnte mich wunderbar auf meinen Weg und auf den Heiligen Franziskus einstimmen. Am liebsten wäre ich länger geblieben, doch eine Pilgerin muss immer wieder aufbrechen. Also machte ich mich genau eine Woche nach meinem Start in Wien auf den eigentlichen Franziskusweg. DEN Franziskusweg gibt es allerdings nicht: Zwischen La Verna und Assisi existieren mindestens drei beschilderte und/oder detailliert beschriebene Wege. Ich hatte als erstes das Buch von Anton und Simone Ochsenkühn „Franziskusweg: Leben atmen – Wegbeschreibung“ (amac-buch Verlag) in den Händen und so folgte ich dem von ihnen beschriebenen Weg.

    Inklusive eines „Ruhetages“ in Gubbio (an dem ich beim Besuchen aller Sehenswürdigkeiten wahrscheinlich mehr Kilometer gegangen bin als an den „Pilgertagen“) pilgerte ich zehn Tage auf diesem Weg. Sechs Tage davon war ich alleine unterwegs. Wirklich alleine, denn auch unterwegs traf ich erst auf den letzten beiden Etappen jeweils zwei andere Pilger. Zwei Tage lang begleitete mich ein Kollege aus Wien und auf der letzten Tagesetappe waren mein Mann und mein Schwiegervater mit von der Pilgerpartie, um gemeinsam mit mir in Assisi einzuziehen. Die Abwechslung vom Gehen in der Stille und Einsamkeit der Natur und Pilgern in Gesellschaft mit intensiven Gesprächen war tatsächlich sehr inspirierend.

    Meine Erlebnisse, Empfindungen und Erkenntnisse auf dem Weg und in Assisi werden ein ganzes Buch füllen, an dem ich schon zu schreiben begonnen habe.
    Wer schon vor dem Erscheinen dieses Buches mehr über den Weg wissen oder Tipps für eine eigene Pilgerwanderung haben möchte, kann mich gerne kontaktieren:

    Christa Englinger
    Pilgerbegleiterin auf der Via Sacra
    Tel: 0664 / 185 96 94
    Mail: christa@destinomondo.com

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